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Insektenfreundlicher Garten: Von Bienen und Grashüpfern

Grashüpfer auf Ziermohn

Werden die Tage wärmer, kreucht und fleucht es draußen wieder überall. Ein insektenfreundlicher Garten ist uns besonders wichtig. Interessiert? Dann seht mal her, hier findet ihr ein paar Tipps wie das geht.

Superheld Insekt

Insekten sind für das gesamte Ökosystem wichtig. Besonders Bienen, Schmetterlinge und alle anderen Insekten, die unsere Pflanzen bestäuben, sind für unsere Nahrungskette unverzichtbar. Ameisen sind die Polizei des Gartens, viele Käferarten sind ebenfalls nützlich. Auch Grashüpfer finden sich vereinzelt bei uns ein. 🙂 Insekten sind ein wichtiger Bestanteil im Gleichgewicht der Natur – nicht nur als Bestäuber, auch als Nahrung für andere Tiere. Sie verlieren aber zunehmend ihren Lebensraum. Das wird verursacht etwa durch Pestizide oder Monokulturen. Daher ist es uns ein Anliegen, unseren Garten für Insekten einladend zu gestalten. Auch ihr könnt ganz einfach einen insektenfreundlichen Garten anlegen – seht her:

(c) Grashüpfer, Insektenfreundlicher Garten

1. Insektenfreundlicher Garten: Nahrungsquellen für Insekten

Damit die Insekten in eurem Garten genügend Nahrung finden, solltet ihr die richtigen Pflanzen auswählen. Das sind jene, die reichlich Nektar oder Pollen bieten. Ihr entscheidet euch am besten für Pflanzen mit nicht gefüllten Blüten. Das sind solche, die noch mit Staubblättern versehen sind. Oft werden die Staubblätter weggezüchtet, da die vollen Blüten beliebter sind. Für die Brummer jedoch sind Blüten mit Staubblättern wertvoller. Beispielsweise gibt es sehr viele Arten von Rosen. Viele mit vollen Blüten (weil beliebt), aber auch etliche mit Staubblättern. Über diese freuen sich die Bienen. Auch (Zier-)Mohnblumen, Zierlauch, Sonnenblumen, Lavendel und alle wilden Blumen sind bei Hummeln, Schmetterlingen und Wespen sehr beliebt.

Rose mit Staubblättern
(c) Grashüpfer, Rose mit Staubblättern

2. Insektenfreundlicher Garten: Vielfalt bei Hecke, Rasen und Blumen

Ihr könnt die kleinen Tierchen mit Vielfalt in euren Garten locken. Eine Hecke aus verschiedenen Pflanzenarten bietet einer größeren Anzahl an Insekten einen Lebensraum, als eine Hecke aus nur einer Art. Wenn ihr die Wahl habt, nehmt regionale Gehölze. Diese werden von den hiesigen Insekten gern angenommen. Nicht heimische Heckenpflanzen, wie etwa der Kirschlorbeer oder Bambus, sind zwar hübsch, Insekten mögen sie aber kaum. Daher ist es besser, ihr greift zu Arten aus der Heimat. Das sind z.B. Hartriegel, Weigelie, Spierstrauch, Feldahorn oder Liguster.
Tipp: Wenn ihr vor die Hecke in eurem Garten blühende Stauden setzt, trägt das auch sehr viel zur Artenvielfalt bei. Denn Kleintiere schätzen diesen Lebensraum.
Tipp: Verzichtet ganz auf Thujen. Auch wenn sie grünen Blickschutz bieten, robust und winterhart sind, so bieten sie für unsere Insekten nichts an. Man könnte sie schon fast als totes Grün bezeichnen. Also wenn irgendwie möglich: keine Thujen ;-).

Beim Thema Rasen greift besser zu Blumenmischungen. Denn diese sind vielfältiger als Regelsaatgutmischungen, die nur aus Gräsern bestehen. Auch das werden euch Falter und Bienen danken. Diese Rasen-Blumenmischungen findet ihr in jedem gut sortierten Fachhandel. Der blühende Klee und andere Wiesenblumen sind eine hübsche Auflockerung. Außerdem reduzieren sie Gräser-Pollen (das freut Allergiker) und machen Insekten froh.
Tipp: Wenn ihr zeitlich versetzt mäht, also nicht alles gleichzeitig, kommt das längere Gras den Insekten zugute.

Setzt Pflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, dann versorgt ihr Insekten einen sehr langen Zeitraum hindurch. Ihr könnt im Frühling schon mit Frühblühern wie Krokussen, Narzissen und Weiden starten. Mit echtem Jasmin oder Schneerosen bietet ihr den Insekten Nahrung bis in den späten Herbst bzw. Winter.

3. Insektenfreundlicher Garten: Wildes Eck

Was haltet ihr von einem wilden Eck im Garten? Zugegeben – es kann etwas ungepflegt wirken. Aber andererseits ist genau das der Reiz, nicht nur für Insekten. Da dort wenig bis gar nicht eingegriffen wird, können sich Insekten und Kleintiere gut entfalten. Denn Unkraut wie Brennessel oder etwa ein toter Ast bieten Krabbeltieren Lebensraum und Nahrung, die sie in kultivierten Gärten einfach nicht finden können.

4. Insektenfreundlicher Garten: Wasser

Besondere Freude könnt ihr Insekten mit einer feuchten Stelle im Garten machen, etwa einem kleinen Biotop oder einfach einer Untertasse mit Wasser. Dort halten sie sich gerne auf.
Übrigens: Ein Stab, dünner Ast oder Stein im Wasser hilft Käfern wieder herauszuklettern.

Insektenfreundlicher Garten: Käfer
(c) Grashüpfer, Käfer

5. Insektenfreundlicher Garten: Versteckmöglichkeiten

Insekten und andere kleine Tiere fühlen sich besonders wohl, wenn sie genügend Möglichkeiten finden, sich zu verstecken. Hier könnt ihr auch ganz einfach nachhelfen. Lasst im Herbst z.B. einfach das Laub liegen bzw. platziert es extra. Todholz dient der Eiablage und als Futterquelle. Auch Natursteine und Natursteinmauern bieten allerhand Versteckmöglichkeiten.

6. Insektenfreundlicher Garten: Chemiefrei

Schädlinge nerven – keine Frage. Aber gegen viele Schädlinge gibt es natürliche Feinde. Gegen Läuse helfen etwa Marienkäfer. Wenn eure Blumen von Läusen stark in Mitleidenschaft gezogen sind, könnt ihr Marienkäfer-Larven bestellen. Ihr findet sie im Fachhandel. Alles ist besser als Chemie. Wir werden demnächst noch einen eigenen Beitrag zum Thema natürliche Schädlingsbekämpfung veröffentlichen.

Käfer auf Mohnblume
(c) Grashüpfer, Käfer auf Mohnblume

7. Insektenfreundlicher Garten: Nützlingsquartiere

Wir haben uns schon lange vorgenommen, ein Nützlingsquartier für Insekten zu bauen. Das geht sehr leicht selbst, ihr nehmt Baukästen aus dem Baumarkt oder ihr kauft ein fertiges Nützlingsquartier in der Tierhandlung. Wichtig ist nur, dass heimische Gehölzer verarbeitet und die Löcher richtig groß gebohrt wurden. Mit einem guten Nistkasten für Insekten tut ihr den kleinen Krabbeltieren auch etwas Gutes.

Was meint ihr? Wie geht es euch mit Insekten im Garten?

11 Kommentare zu “Insektenfreundlicher Garten: Von Bienen und Grashüpfern

  1. Super Beitrag! Wichtiger Beitrag! Im Grunde ist es so einfach Insekten zu helfen und es kann dabei auch noch so schön aussehen, duften und soviel bewirken.

    • Hi Chris, danke! 😊 Ja, ist wichtig! Zum Glück gibt es schon viele Initiativen, aber es wäre schön, wenn das Thema noch stärker ins kollektive Bewusstsein rückt. 🐝 LG Michael

      • Absolut. Das Paradoxe ist ja, dass sehr viele einen schönen romantischen naturnahen Garten wunderschön finden aber dann selbst nur einen Rasen mit Kirschlorbeerhecke drumherum haben 🤔

      • acercampestre

        Das stimmt! Da fragt man sich – fehlt das Wissen oder ist es der vermeintlich leichtere Weg? 🤔
        LG Michael

      • Das hab ich auch noch nicht herausgefunden. Viele sagen mir sie hätten keine Lust auf die ganze Arbeit. Also ich habe keine Arbeit im Garten, es ist fast immer ein Vergnügen und tut gut.

      • acercampestre

        Ich habe schon auch Arbeit im Garten, und Kreuzweh mitunter 😆. Mehr noch habe ich aber Ruhe, Freude und tanke Kraft. 😏

  2. Schöner Beitrag und toll, was bei euch summt und brummt! Hach ja, im Garten kann man noch sooo viel mehr machen als auf einem Balkon. Beneidenswert. Jedenfalls schön, was ihr alles angelegt habt und es sieht toll aus! Weiterhin viel Spaß! LG, Almuth

    • Danke 😀. Ja, der Garten macht uns Spaß 😀, aber auf einem Balkon kann man auch viel machen – wie man bei dir sieht. 👍LG Michael

  3. Tolle Impressionen deines Gartens. Wir haben leider nur eine relativ kleine Fläche im Garten. Es befindet sich aber eine Wilde Insektenwelt auf deinen Wiesen.

    • Hi Ronny, danke 🤗. Ja, das freut uns auch sehr! 😉 Du kannst übrigens auch eine kleine Gartenfläche nutzen – mit Blumen, Sträuchern oder einem Nützlingsquartier. Oder du gehst in die Höhe und machst z. B eine Fassadenbegrünung 😊.
      LG Katharina

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